Gut gefragt – Fokusfragen steigern die Wirksamkeit von Führung

Führungskräfte sind im Alltag meist auf Schnelligkeit und Effizienz ausgerichtet. Doch gerade in der Mitarbeiter-Kommunikation zahlt es sich aus, sich die Zeit zu nehmen, um gegenseitiges Verständnis sicherzustellen sowie Ideen, Einschätzungen und Standpunkte von Mitarbeitern herauszufinden. Das dauert auf den ersten Metern länger, erhöht allerdings im weiteren Verlauf das Engagement und die Qualität maßgeblich. Ganz nach dem afrikanischen Sprichwort „If you want to go fast, walk alone; if you want to go far, walk together.“

In der praktischen Umsetzung sind Fokusfragen eine wirkungsvolle Technik, um die Zusammenarbeit eines Teams zu verbessern. Wie ein Scheinwerfer lenken Fokusfragen die Aufmerksamkeit Ihrer Gesprächspartner auf einen von drei Aspekten: auf das Verständnis, das Problem oder die Lösung.

Verständnisfragen generieren sachliche Informationen. Beispielsweise: „Wie hat Herr Huber reagiert?“ Oder: „Wie liegen wir im Zeitplan?“ Sie eignen sich gut zu Beginn eines Gesprächs oder um dieses bei Bedarf in emotional kühleres Fahrwasser zu manövrieren.

Mit Problemfragen finden Sie heraus, warum etwas nicht funktioniert. Beispielsweise: „An welcher Stelle funktioniert das Programm nicht?“ Problemfragen eignen sich gut bei technischen Fragestellungen.

Im Führungsalltag geht es oft um Themen wie persönliche Interessen, Zusammenarbeit und Kreativität – hier sind Lösungsfragen besonders gut geeignet. Beispielsweise: „Was erwarten Sie von dem Seminar?“ Oder: „Wie können Sie die Zusammenarbeit mit Herrn Huber verbessern?“ Mit Lösungsfragen regen Sie Ihre Mitarbeiter dazu an, eigene Ideen einzubringen, sich über den zukünftigen Zustand Gedanken zu machen und aktiv daran zu arbeiten.

Je nach Kontext sind also unterschiedliche Fragetypen nützlich. Im Führungsalltag sind das insbesondere die Lösungsfragen.

Um Fokusfragen im Alltag versiert anzuwenden, hat es sich bewährt, vor einem Gespräch einige Verständnis-, Problem- und Lösungsfragen zu notieren, die Sie stellen könnten. Probieren Sie es einfach einmal aus – die Qualität im Austausch mit Ihren Mitarbeitern wird sich mit einiger Wahrscheinlichkeit spürbar verbessern.

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Bilder von Arek Socha auf Pixabay/Jochen Gabrisch/managerSeminare.