Wie Sie Ihre kommunikative Wirkung steigern – Teil III

Gute Kommunikation wird in agilen Arbeitswelten immer wichtiger; das gilt umso mehr in der Führungsrolle. Es lohnt sich also, die eigene kommunikative Wirkung zu optimieren. In loser Folge stelle ich Ihnen dafür sprachliche Bausteine vor und wie Sie diese trainieren, um noch überzeugender zu kommunizieren. Weiter geht es in dieser Folge mit zwei stimmlichen Wirkverstärkern, der Atmung und dem Eigenton.

Eine tiefe Atmung ist die Grundlage für eine kraftvolle Stimme. In der Praxis erlebe ich allerdings oft, dass flach geatmet wird – anstatt in den Bauchraum strömt die Luft in den oberen Brustkorb (gut daran zu erkennen, dass die Schultern quasi mitatmen und sich bewegen). Als Folge rutscht auch die Stimme weiter nach oben. Diese so genannte Kopfstimme entspricht nicht der natürlichen Stimmlage. Sie ist zu hoch, klingt „kieksig“ und mindert so hörbar die eigene Überzeugungskraft. Besonders tritt dieses Phänomen in stressigen und emotional aufgeladenen Situationen auf. Mit den nachfolgenden drei Techniken können Sie gegensteuern.

Mit der Wechselatmung sorgen Sie dafür, dass Sie tief atmen. Und so geht’s: Halten Sie einen Nasenflügel zu und atmen ein. Halten Sie dann die andere Seite zu und atmen aus. Atmen Sie wieder ein und wechseln erneut die Seite. Fahren Sie damit etwa eine Minute fort. Durch die verminderte Luftzufuhr atmet der Körper automatisch tiefer. Auch die Intervallatmung unterstützt tiefes Luftholen und lässt sich gut einbauen, wenn Sie zu Fuß unterwegs sind: Atmen Sie drei Schritte ein, halten einen Schritt die Luft an und atmen fünf Schritte aus. Die Anzahl der Schritte kann individuell variieren, wichtig ist, dass Sie länger aus- als einatmen. Die Übung lässt sich natürlich auch stationär durchführen, indem Sie einfach zählen.

Wenn Sie dazu neigen, mit einer zu hohen Stimme zu sprechen, finden Sie mit der folgenden Übung zu Ihrem Eigenton zurück: Atmen Sie tief ein, summen Sie mit geschlossenem Mund, öffnen ihn dann langsam und intonieren ein „Moooooooo“. Halten Sie den Ton, so lange es ohne Anstrengung möglich ist. Schon nach wenigen Einheiten erkennen Sie durch diese Technik Ihre natürlich Stimmlage und können sich selbst daran orientieren. Die meisten Klienten, die diese Übung ausprobieren, sind überrascht, dass ihre Stimme voller und tiefer klingt als gewohnt. Das macht das Sprechen nicht nur unangestrengter, Personen mit einer „gut sitzenden“, tiefen Stimme wird auch mehr Autorität zugeschrieben.

Probieren Sie den „Doppelpack“ aus Atmung und Stimme doch einfach einmal aus und lassen sich von der positiven Wirkung überraschen.

In den kommenden Folgen geht es unter anderem um Emotionen und den Konjunktiv. Welche Themen interessieren Sie noch? Ich freue mich auf Ihre Nachricht an mail@jochen-gabrisch.de

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